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Eingang Wennde

Großvater Wilhelm Wennde hatte schon 1904 ein Schuhfachgeschäft im schlesischen Rothenbach gegründet.
In den 30er Jahren übernahm sein Sohn Walter Wennde die Firma, musste sie aber 1946 aufgeben, als die Familie aus Schlesien vertrieben wurde. Neuer Start war in Eldingen, wo Walter Wennde wieder einen Schuheinzelhandel aufmachte. Er radelte von Dorf zu Dorf und bot seine Schuhwaren an. 1951 konnte er endlich einen eigenen Verkaufsraum in Eldingen eröffnen. Ab 1955 war dann die dritte Generation soweit: Werner Wennde, damals gerade neunzehn, wurde als gelernter Einzelhandelskaufmann im Familienunternehmen aktiv. Weil der Umsatz stetig wuchs, war das Eldinger Schuhfachgeschäft bald zu klein. Deshalb eröffnete die Familie Wennde im Jahre 1978 ihr Schuh- und Sporthaus in der Lachendorfer Wiesenstraße. Aber auch hier musste immer wieder an- und ausgebaut werden, um der steigenden Kundennachfrage zu entsprechen. Die Verkaufsfläche hat inzwischen stattliche 500 Quadratmeter erreicht. Aber die Bauvorschriften erlauben keine neuen Erweiterungen mehr. Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht?

“Wir werden im Herbst 2001 unser neues Schuh- und Sportfachgeschäft im Lachte-Center eröffnen,” erläutert Michael Wennde. “Dort können wir auf einer Fläche von 1500 qm ein deutlich breiteres und tieferes Sortiment anbieten. Und vor allem gibt es dort ausreichend Parkplätze, denn hier im Wohngebiet sind die Parkmöglichkeiten schon lange an ihre Grenzen gestoßen.”

Michael Wennde ist dankbar, dass alle Firmenmitglieder inzwischen Führungsverantwortung im Unternehmen übernommen haben: “Unsere kurzen Entscheidungswege kommen allen Kunden zugute.” Wennde wird auch im Lachte-Center die bewährte Fachgeschäftsphilosophie weiterführen, Markenschuhe, Sportbekleidung und Schuhe in einem günstigen Preis-Leistungsverhältnis mit freundlichem Service anzubieten. “Unsere Schuhfachverkäufer beraten ihre Kunden während der ganzen Anprobe, denn alle Modelle und Größen sind paarweise am Regal verfügbar. Kein Verkäufer muss im Lager nach dem anderen Schuh suchen.” Konzentrierte, fachkundige Beratung istburo.gif besonders gefragt, wenn Herrenschuhe gekauft werden, weil Männer möglichst wenig Zeit für den Schuhkauf aufwenden wollen. Aber auch die jungen Mütter sind für fachgerechte Beratung dankbar, denn Kinderfüße wachsen rasch und müssen immer wieder neu vermessen werden. Das muss schnell und zuverlässig ablaufen – sonst werden die lieben Kleinen quengelig, und dann schlägt die Kauflust schnell ins Gegenteil um. Michael Wennde weiß, dass er sich auf seine Mitarbeiter verlassen kann. “Gute Fachkräfte sind rar, aber wir konnten qualifizierte Verkäufer aus der ganzen Region verpflichten. Und wir gehören offenbar zu den wenigen Schuhfachgeschäften im Berufsschulbezirk, die überhaupt Lehrlinge ausbilden. Meine jungen Leute berichten mir jedes Mal, dass außer ihnen nur einige wenige im Schuhfacheinzelhandel ausgebildet werden.”

Hintergrund
Die handwerkliche Schuhfertigung wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts von der industriellen Produktion abgelöst, als spezielle Nähmaschinen für Schäfte entwickelt wurden. Die so genannte “Durchnähmaschine” zur Befestigung der Sohlen erhöhte den Industrialisierungsgrad weiter.

Nach Angaben des Offenbacher Schuhinstituts wurden im Jahr 2000 in Deutschland rund 325 Millionen Paar Schuhe verkauft. Davon kamen rund 90 Prozent aus ausländischen Schuhfabriken. Die 138 deutschen Schuhhersteller produzierten knapp 100 Millionen Paar Schuhe, davon rund 65 Prozent für den Export. Jeder Deutsche kauft durchschnittlich 3,94 Paar Schuhe pro Jahr (Damen zirka sechs Paar, Herren zirka zwei Paar). Die wichtigsten Messen der Branche sind die GDS-Schuhmesse und die CPD-Messe (Collections Premiere Düsseldorf) in Düsseldorf. Die aktuellen Trends in der Schuhmode: Gegenwärtig nimmt die bisherige Betonung von Sportlichkeit und Wellness ab, während Eleganz, feminine Formen und (Pastell-)Farben im Kommen sind.

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